Jugendhilfe - Freigut Garsena
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  konzeptionelle Arbeit
 
 
 
 

Ganzheitliche und gezielte Förderung unter dem Leitbild:
„Kinder suchen Struktur und Perspektiven“

Individualpädagogische modellgebende Erziehungsarbeit, welche ein positives Selbstbewusstsein entwickelt, auf dessen Grundlage der junge Mensch gesellschaftsnah, perspektivisch und selbstbestimmt leben kann.
Das Fundament der konzeptionellen Arbeit bildet der pädagogisch-therapeutische Bereich und der Beschäftigungsbereich.
Die Pädagogik der intensiv-therapeutischen Gruppe basiert auf zwei Ansätzen:
- die lerntheoretischen und verhaltenstherapeutischen Vorgehensweisen schaffen ein klares, strukturiertes und konsequentes Umfeld
- eine heilpädagogische Beziehungsgestaltung ermöglicht persönliche Entwicklung und die Entfaltung von Ressourcen unter Achtung der Persönlichkeit des Kindes

- Halt: die jungen Menschen erleben sich als an einem sicheren Ort gehalten und zuverlässig versorgt in ihren grundlegenden Bedürfnissen [materielle Sicherheit]
- Unterstützung: durch die Unterstützung von erfahrenen Erwachsenen erleben die jungen Menschen, dass sie ihren Problemen nicht hilflos ausgeliefert sind und aus dieser Sicherheit heraus, bereit werden für persönliche Veränderungs- und Entwicklungsprozesse  [individuelle Vertrautheit- Geborgenheit]
- Struktur: die äußere Struktur des therapeutischen Milieus vermittelt innere Sicherheit und ermöglicht die schrittweise Übernahme von Eigenverantwortung [Orientierung im eigenen Handlungskonzept]
- Beteiligung: durch die Einbeziehung der jungen Menschen in die wesentlichen Entscheidungsprozesse und die fortlaufende Rückmeldung über ihr Verhalten, wird eine Beteiligung der jungen Menschen an der Gestaltung ihres  Aufenthaltes und ihrer Entwicklung erreicht [fördert Mitbestimmung- Autonomie]
- Bestätigung: Fortschritte werden zuverlässig und zeitnah rückgemeldet, Erfolge im Alltag direkt erlebbar gemacht und belohnt [positives Selbsterleben- Selbstvertrauen]

Der Schwerpunkt im Beschäftigungsbereich liegt in der gemeinsamen Tätigkeit mit dem jungen Menschen die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns direkt erlebbar zu machen.

zum landwirtschaftlichen Bereich
Daraus resultiert ein enger Bezug zu Tieren und Pflanzen (Beziehungsanbahnung).
Aus psychologisch-pädagogischer Sicht ist bekannt, dass bei früh gestörten jungen Menschen die Beziehung zu Tieren noch erhalten ist. Dies wird als Zugang für konstant erlebbare positive Beziehungsmuster durch das Tier  und mit ihm genutzt; vielfach ist es nur über die Tiere möglich, die jungen Menschen emotional zu erreichen und sie zur Übernahme von Verantwortung zu animieren.
Spätere Übertragung dieser Muster auf den Menschen (bei entsprechender Bedürftigkeit) ist weitestgehend gegeben.
Weiterhin wird durch die Auseinandersetzung mit der Pflanze die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns direkt erfahrbar (von der Saat bis zum Verzehr). Die jungen Menschen planen gemeinsam mit  dem Anleiter und führen die Tätigkeiten im Garten bei der Umsetzung durch.
Beides, Beschäftigung mit Pflanze und Tier, führen mittelfristig zur Neuanlegung und Festigung eines realitätsnäheren Selbstwertes bei der Klientel.
Der landwirtschaftliche Bereich ist die einrichtungsspezifische Besonderheit

Zum technischen Bereich
Auf dem weitläufigen Gelände der Einrichtung ist die aktive Mitarbeit des jungen Menschen ein wichtiger Bestandteil des Betreuungskonzeptes. Dieses trifft auch auf den Bereich des Bauhandwerkes zu. Alle Gebäude werden unter Mithilfe der jungen Menschen gepflegt und teilweise renoviert bzw. instand gesetzt. Die Pflege der weitläufigen Außenanlage gehört ebenso dazu wie die Gebäudeunterhaltung. Dadurch gibt es ständig Baustellen – die aber auch gleichzeitig als sinnvolle Beschäftigungsfelder entstanden sind. Die Tätigkeiten dort werden kontinuierlich täglich und pünktlich ausgeführt, um eine effektive Anbahnung zum Schulbesuch und zur weiteren Lebensplanung zu gewinnen. Außerdem minimieren sich Schäden durch Vandalismus, weil die jungen Menschen sich mit den Gebäuden und Außenanlagen als ihr Zuhause identifizieren.